Die Megalithen unter anderem auch Hinkelsteine
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Bereits in der Jungsteinzeit (4500 bis 2000 v.
Chr.) entwickelte sich in der Bretagne ein erstes kulturelles
Highlight: die Megalithenkultur. Unbekannte Völker, die
wahrscheinlich aus Asien über den Mittelmeerraum gekommen waren,
errichteten an vielen Stellen der Küsten des Atlantiks von
Portugal über Spanien bis nach Südengland und Dänemark riesige
Steindenkmäler unterschiedlicher Formen. Aber nirgendwo anders
als in der Bretagne gibt es eine solche Vielzahl von
Megalithen, nirgends eine solche Variationsvielfalt der
Steindenkmäler und nirgendwo in Europa eine solche Größe
der Anlagen wie im bretonischen Carnac. Die Bretagne ist
Megalithenland.
Wir wissen, dass die jungsteinzeitlichen Menschen in der Bretagne
wie auch anderswo in Europa sesshaft geworden waren. Sie waren
Bauern, Viehzüchter und Fischer, lebten in Dorfgemeinschaften
und einer Gesellschaft, die bereits sozial strukturiert war. Sie
verfügten über zum Teil recht entwickelte Werkzeuge, stellten
Keramiken her und trieben Handel damit. Die sozialen, technischen
und logistischen Voraussetzungen für die Errichtung der
Megalithen waren damit gegeben.
Warum aber diese enormen Kraftakte? Schließlich wurden
Steine bewegt, die 300 Tonnen und mehr wiegen.
Menschen haben in vielen historischen Epochen große
Anstrengungen und enormen Aufwand bei der Bestattung ihrer
Toten betrieben. Das erklärt Dolmen, Allées Couvertes und
Cairns.

Aber wozu 10 Meter und mehr hohe einzelne
Menhire, Ensembles in Reihen, sogar parallelen Reihen oder
kreisförmig aufgestellte Steingiganten? Die Spekulationen über
die Motive der Menschen des Neolithikums sind zahlreich. Und
selbst die wissenschaftliche archäologische Forschung kommt wie
so oft, wenn schriftliche Quellen fehlen, über Hypothesen nicht
hinaus. Einzeln stehende Menhire werden als Seezeichen gedeutet,
in der Nähe von Gräbern errichtete mit dem Totenkult in
Verbindung gebracht und den Alignements werden gleichermaßen
religiöse und astronomische Funktionen zugewiesen. Nur eines
scheint sicher zu sein, die Menhire werden wohl ihr Geheimnis
für immer bewahren können.
Die pragmatischen und phantasiebegabten
Bretonen haben aber ihre eigenen Deutungen. Die fast dreitausend
Steine umfassenden und in 12 Reihen geordneten Alignements von
Carnac erklären sie mit einer eindrucksvollen Legende:
Weil der heilige Papst Cornelius sich geweigert hatte, dem Mars
zu opfern, wurde er aus Rom vertrieben und bis in die Bretagne
von heidnischen Söldnern verfolgt. Am Strand von Carnac
waren sie Cornelius so nah, dass dem Heiligen nur die Wahl
zwischen Ertrinken in den kalten Fluten und dem Tod durch die
blanken römischen Schwerter zu bleiben schien. Verzweifelt
wandte sich Cornelius nach seinen Verfolgern um, aber durch ein
letztes Stoßgebet und mit Gottes Hilfe konnte er die schon zur
Schlacht formierten Legionäre zu Granitsteinen erstarren lassen.
Bis auf den heutigen Tag heißen sie deshalb Soldaten
des heiligen Cornelius.
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