Pardons in der Bretagne
Die bretonischen Pardons (dt.: Prozessionen, Wallfahrten) sind wichtige kirchlich-weltliche Feste für die jeweilige Gemeinde. Die bedeutenden Pardons ziehen aber auch Gläubige aus der weiteren Umgebung und aus der gesamten Bretagne an. Das meistbesuchte Wallfahrtszentrum war immer Ste. Anne d'Auray, wo sich jährlich mehrere Tausend Pilger einfinden. Die Pardons haben eine lange Tradition. Die meisten gehen auf die unzähligen Heiligen zurück - 7777 sollen es gewesen sein - die im Zuge der Einwanderung der Inselkelten (Geschichte der bretonischen Sprache) auch das Christentum in die Bretagne brachten. Am Festtag der oder des Heiligen werden nach einer besonders feierlichen Messe die alten schweren Stoffbanner
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mit den Bildern der Heiligen, ihre Holzstatuen und häufig auch Schreine mit Reliquien auf den alten Prozessionswegen durch die Gemeinde getragen. Der Zug wird begleitet von Gebeten und Gesängen zum Teil noch in bretonischer Sprache.
Neben den Einwanderungsheiligen werden zwei weitere in der Bretagne sehr populäre Heilige mit einem bedeutenden Pardon geehrt: die heilige Anna, die Mutter Mariens und der heilige Yves, Rächer des Unrechts und Helfer der Armen (Auray und Tréguier.)
Die Motive der Gläubigen, die die zum Teil langen und beschwerlichen Wege auf sich nehmen, sind unterschiedlich: meist rechnen sie mit Vergebung für begangenes Unrecht, erfüllen ein Gelübde oder beten um die Erfüllung eines besonderen Wunsches.
Die Ursprünge der traditionellen Prozessionen sind allerdings älter als das Christentum in der Bretagne und gehen weit bis in heidnische Zeit zurück. Vielen Menhiren (Megalithen) und uralten Quellstätten - längst mit christlichen Brunnen überbaut -werden auch heute noch Heilkräfte zugeschrieben werden; und so führen zahlreiche Pardons nicht zufällig dort vorbei.
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Den längst christianisierten Nachfahren der heidnischen Urbevölkerung sind diese frühen Kultstätten einen Umweg wert. Die Kirche war und ist so klug, dies schweigend zu dulden.
Die meisten Pardons finden im Sommer statt und stehen so in der Tradition der Sonnwendfeiern und anderer keltischer Feste mit ihrem Sonnenkult. Am Beispiel des Pardons von Locronan wird dies besonders deutlich.
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