Geschichte der Bretonischen Sprache
Im Altertum spielten die keltischen Sprachen eine prominente Rolle. Im ersten Jahrtausend vor Christus sprach man im größten Teil Europas keltisch, was sich erst durch die Ausbreitung des römischen Reiches bzw. nach dessen Untergang mit der Völkerwanderung änderte.
Das in der Bretagne gesprochene keltische gallisch war durch die Romanisierung fast völlig verschwunden und durch das Lateinische, der Mutter des Französischen ersetzt worden. Aber ein gewaltiger Flüchtlingsstrom der von den Angeln und Sachsen vertriebenen Urbevölkerung der britischen Inseln brachte vom 5. bis 7. Jahrhundert die keltische Sprache in die Bretagne zurück. Mit den Inselkelten kam auch das Christentum in die Bretagne (Klein-Britannien). Keltisch predigte der Heilige Corentin das Evangelium und keltisch erzählten die Einwanderer ihre Märchen und geheimnisvollen Sagen vom Tod. (Mythen und Legenden)
Allerdings wurde bretonisch nur wenige Hundert Jahre in der Gesamtbretagne gesprochen. Im letzten Drittel des 19.Jahrhunderts hatte es sich auf die Basse-Bretagne hinter eine Linie westlich von St. Brieux im Norden und Vannes an der Südküste zurückgezogen. Diese Linie besteht bis heute.
Adel und die Stadtbevölkerung haben immer französisch gesprochen, während Bretonisch die Sprache der ländlichen Bevölkerung und der sozial niederen Schichten war.
Die Französische Revolution änderte nichts daran, im Gegenteil: Die Regionalsprachen, nicht nur Bretonisch, wurden unterdrückt und der Idee der einen Nation geopfert, was bedeutete, dass alle Franzosen eine Sprache, nämlich das Standard-Französisch zu sprechen hatten.
Auch die Begeisterung der französischen Romantiker für keltische Mythen, Märchen, ursprüngliche Volksdichtung und die Sprache, in der diese überliefert wurden, änderte nichts daran, dass ihre Sprecher sich als sozial verachtet empfanden und empfinden mussten.
Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Gebrauch des Bretonischen in Verwaltung, im Militär und Unterrichtswesen verboten. Schilder in öffentlichen Gebäuden mit der Aufschrift: Il est interdit de cracher par terre et parler bretons est interdit. (Es ist verboten auf den Boden zu spucken und bretonisch zu sprechen) sind den heute 70 und 80jährigen in schmerzhafter Erinnerung, wie auch die Tatsache, dass Schüler, die in der Schule bretonisch sprachen, lächerlich gemacht und bestraft wurden.
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