Bretonische Sprache heute
1951 wurden in Frankreich verschiedene Regionalsprachen wie z.B. korsisch, katalanisch und auch bretonisch als eigenständige Sprachen anerkannt, aber nicht als Amtssprache. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch über eine Million bretonische Muttersprachler. Heute sind es nach optimistischen Schätzungen zwischen 250 und 300 Tausend mit rasch abnehmender Tendenz. Fast zwei Drittel sind über 60 Jahre alt.
Seit den 70er Jahren gibt es neue Hoffnungen. Mit der allgemeinen Aufbruchstimmung in dieser Zeit, mit der Wiederentdeckung regionaler Kultur und vor allem der ihr eigenen Musik holte man auch das Bretonische aus der sozialen Schmuddelecke. Vor allem junge Bretonen, besonders aus dem akademischen Bereich versuchen seitdem, das Verschwinden ihrer Sprache aufzuhalten. In Rennes und Brest wurden Lehrstühle für keltische Sprachen eingerichtet. An manchen Gymnasien ist Bretonisch Wahlfach und private und öffentliche Grundschulen wie Kindergärten bieten bilingualen Unterricht an.
Seit Ende der 80er Jahre sind Orts- und Straßenschilder vor allem in der Basse-Bretagne zweisprachig und die katholische Kirche, über viele Jahrhunderte Bewahrerin der Sprache der kleinen Leute, hält daran fest, Teile der Liturgie mit bretonischen Gebeten und Liedern zu gestalten.
Auch wenn es bretonische Zeitungen und sporadisch Radiosendungen gibt, ist es nicht zuletzt wegen der mangelnden finanziellen Unterstützung durch die Pariser Zentrale mehr als fraglich, ob damit die einzige keltische Sprache auf dem Kontinent vor dem Aussterben bewahrt werden kann.
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